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Wanderweg Nr. 3: Spaziergang in die Lehmkuhle

Rubrik:Wander-Touren
Start:Kurpark Burgwiese
Streckenverlauf:Burgwiese, Kl. Wall, Deekenstraße, Feldstraße, Friedhof, Lehmkuhlenweg, Waldlehrpfad Lehmkuhle, Waldschlösschen, Lönsweg, Kuhtrade, Lohmühlenweg, Deekenstraße, Kl. Wall, Burgwiese
Ziel:Kurpark Burgwiese
Länge:6,7 km zzgl. Wanderung in der Lehmkuhle nach eigener Wahl
Dauer:ca. 2 Stunden
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei. eingeschränkt: natürliche Bodenbeschaffenheit (Wald), z.T. enge Wege
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. weiße "3" auf schwarzem Schild
Kartenmaterial:Stadt- und Wanderplan Wildeshausen
Maßstab 1:20.000, Preis: 3,50 €
Wanderbroschüre mit ausführlicher Wegbeschreibung und sep. Karte für jede der 7 Routen, Preis: 2,50 €
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Kontakt:Verkehrsverein Wildeshausen e.V.
Am Markt 1 / Hist. Rathaus
27793 Wildeshausen
Tel. 04431 / 6564

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Informationen zur Tour

Spaziergang zum Waldlehrpfad "Lehmkuhle"

Auch diese Wanderung beginnt wieder an der Burgwiese. Vor Beginn sollten wir uns die Zeit nehmen, uns etwas umzusehen. Einzelheiten dieser neugestalteten Anlage mit alten und neuen Sehenswürdigkeiten sind in der Beschreibung des Weges Nummer 1 erläutert worden. Leicht ansteigend führt uns der Weg – rechts am Burgberg vorbei – in Richtung der katholischen Pfarrkirche St. Peter (Baujahr 1824, Turm 1902 mit Baukosten von 16.564 Mark). Nun – an der Wittekindstraße – gehen wir nach links. Sehen wir vorher noch einmal rechts die Straße hinunter: Dort stehen die alten Gebäude der Kornbrennerei von Kolloge. Heute ist dort das Kornbrennerei-Museum. Gehen wir nur 30 Schritte am ehemaligen Burggraben entlang, so haben wir auf der rechten Seite die alte Burgstraße. Machen wir doch einen Abstecher in diese Straße hinein. Am Kirchenportal vorbei kommen wir auf den „Schwienemarkt“, so steht es am Brunnen. Ältere Bewohner wissen noch heute von dem Schweinemarkt, der hier abgehalten wurde, zu berichten. Die Anwohner haben in Eigeninitiative ihre Umgebung neu gestaltet. Bei der 1981 renovierten Pumpe wurde eine junge Kastanie gepflanzt und um diese eine Rundbank gebaut. Eine gemütliche Ruhezone für besinnliche oder auch für Plauderstunden. Vor gar nicht langer Zeit hatte diese Straße noch eine Kopfsteinpflasterung, und in Verbindung mit den alten Häusern konnte man sich gut in die „alte Zeit“ zurückversetzen. Leider musste auch dieser Straßenzug den Erfordernissen des heutigen Verkehrsflusses angepasst werden. Von hier aus werfen wir noch einen Blick hinunter auf den Marktplatz, auf das Haus Burgberg und in den neugestalteten Pfarrgarten. Dann gehen wir zur Wittekindstraße zurück, um unsere Wanderung fortzusetzen. An der Volkshochschule vorbei überqueren wir die Kaiserstraße. Über den Parkplatz hinweg (links der Kleinen Wallstraße) geht es weiter zum Kleinen Wall, dem Stiefbruder des Großen Walles. Wir gehen durch die Steinbarriere, um unterhalb des Walles den Weg fortzusetzen. Nach knapp 100 Schritten sind wir am Parkplatz Westertor. Hier stand bis vor gar nicht so langer Zeit Osterloh´s Gastwirtschaft, ein Stück Alt-Wildeshausen. Vor diesem Parkplatz halten wir uns links und gehen den Weg zwischen den Häusern hindurch auf die Deekenstraße. Hier sieht man auf die Rückseite des Krankenhauses Johanneum. Schön gestaltete Grünanlagen bieten den gehfähigen Kranken zusätzliche Ruhe und Erholung. Wir gehen die Deekenstraße links hoch bis zur Kreuzung. Links führt die Straße nach Pestrup, wir aber gehen nach rechts in die Feldstraße. Das große Gebäude links ist das Berufsbildungszentrum des Landkreises Oldenburg. Daran vorbei, und wir stehen an der Goldenstedter Straße. Der freie Platz gegenüber wird „Alte Vogelstange“ genannt. In alten Zeiten (bis 1898) wurde hier auf den „Papagoy“ geschossen, bevor das Schützenfest der Wildeshauser Schützengilde von 1403 in den Krandel verlegt wurde. Nur ein paar Meter gehen wir nach links, um dann sofort hinter der Friedhofskapelle nach rechts auf den Lehmkuhlenweg einzubiegen. An der Kapelle angekommen wollen wir etwas verweilen. Dieser Friedhof ist in der Folge die zweite Begräbnisstätte in Wildeshausen. Die erste Bestattung wurde hier am 6. September 1838 morgens um 8 Uhr vorgenommen. Der alte Friedhof war bis dahin im Gelände der jetzigen Herrlichkeit (St. Alexander) und musste auf behördliche Weisung hin ausgelagert werden. Alte Grabplatten im Bereich der Kapelle stammen noch aus dieser Zeit. Der Lehmkuhlenweg führt uns stadtauswärts. Vor 20 Jahren hatte er noch eine alte Feldsteinpflasterung mit tiefen Fahrrillen im angrenzenden Fahrweg. Sacht steigt der Weg an, und oben auf der Anhöhe queren wir den Südring und gehen 300 m auf der Königsallee und am „Aboretum“ vorbei bis zum Lehmkuhlenwald. Der Lehmkuhlenwald in einer Fläche von 30 Hektar hat eine Vielfalt an Pflanzen und zahlreiche Baumarten. Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden hier Lehm und Mergel abgebaut. Zwei Bodenarten, die in der Verarbeitung von großer Bedeutung waren: Lehm als Baumaterial der Häuser und Mergel zur Ackerdüngung. Heute ist die Lehmkuhle „Naherholungsgebiet“. In ihr ist mit viel Liebe und Sachverstand ein Waldlehrpfad angelegt worden. Mit Unterstützung des staatlichen Forstamtes Ahlhorn und der hiesigen Jägerschaft haben 1978 die Wildeshauser Naturfreunde – E. Löwe, H. Huntemann, E. Roggemann und H. Fortmann – für die Allgemeinheit großartige Arbeit geleistet! Jetzt gehen wir in den Wald. Wir folgen der Ausschilderung des Lehrpfades und der Markierung Weg 3 in Richtung Gasthof „Waldschlösschen“ an der Goldenstedter Straße. Wenn wir den Lehmkuhlenwald an der Übersichtstafel verlassen, gehen wir auf der Landstraße 20 m nach rechts bis zum Heideweg und biegen in diesen ein. Linker Hand sehen wir die Häuser der Welgenhöhe und rechts dichten Baumbestand. Der Weg führt – am Ende leicht abfallend – auf den Lohmühlenweg. Nun gehen wir nach rechts und stoßen nach wenigen Metern auf den gepflasterten Lönsweg, dem wir nach links folgen wollen. Nach weiteren 200 Metern zweigt nach rechts ein Waldweg ab, der zum Pestruper Gräberfeld führt. Es ist eine Heidefläche mit 531 Grabhügeln aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit. Dieses wurde alles auf der Wanderung Nummer 2 beschrieben. Ein Abstecher lohnt sich aber immer wieder. Wir aber gehen geradeaus und kommen nach weiteren 100 Metern an einen schmalen Waldpfad – die Kuhtrade. Dieser Pfad führt uns am Westrand des Dulshorn entlang wieder stadteinwärts. Der Dulshorn ist eine Geesterhöhung, die hier am Lönsweg ausläuft. Nur kurz war diese ruhige und wirklich schöne Wegstrecke. Auf dem Lohmühlenweg kommen wir wieder an die Goldenstedter Straße. Dort biegen wir halbrechts in die Deekenstraße ein, sind schon bald an der Kreuzung Pestruper und Feldstraße. Nun geht es auf dem bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt. Dieser Weg ist der kürzeste der sieben Wildeshauser Wanderwege. Kurz deshalb, weil der Schwerpunkt dieser Wanderung (Zeit) in der Lehmkuhle liegen sollte. Dort kann jeder individuell die Wanderung nach eigenem Interesse gestalten.

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