Wildeshausen-Navigator

Historischer Stadtspaziergang

Rubrik:Stadt-/Ortsbesichtigungen
Start:Marktplatz
Streckenverlauf:Marktplatz, historisches Rathaus, Stadthaus, Glockenspiel, Alexanderkirche, Remter, Altes Amtshaus, Stadtwall, Druckereimuseum, St.-Peter-Kirche, Kurpark Burgwiese, Zwischenbrücken, Brennereimuseum
Ziel:Marktplatz
Länge:2,93 km
Dauer:ca. 1,5 Stunden
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei.
Kontakt:Verkehrsverein Wildeshausen e.V.
Am Markt 1
27793 Wildeshausen
Tel. 04431 / 6564

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Historischer Rundgang

Marktplatz mit Stadthaus und Rathaus

Marktplatz mit Stadthaus und Rathaus

Wir laden Sie ein, mit uns einen Spaziergang durch die schöne historische Innenstadt Wildeshausens zu machen. Der Verkehrsverein vermittelt Ihnen gerne eine(n) der zahlreichen ausgebildeten Gästeführer(innen) zur Begleitung in der Stadt oder in der Umgebung. Oder erforschen Sie auf eigene Faust den historischen Stadtkern.

Wir beginnen den Spaziergang auf dem Marktplatz. Erster Blickfang ist das im Zuge der Innenstadtsanierung erstellte bronzene Waltbertdenkmal, das an die Reliquienübertragung des Hl. Alexander durch Graf Waltbert im 9. Jh. erinnert (später mehr). Die Pumpe aus dem Jahre 1747 mit zwei Wasserbehältern aus Granitstein diente im Mittelalter den Marktbeziehern und durchfahrenden Händlern sowie den Bürgern der Stadt als Viehtränke und zur Wasserversorgung. Neben diesem Brunnen am Marktplatz gab es im Stadtkern mindestens 16 weitere Brunnen, die durch die Pumpengemeinschaften z.T. heute noch betreut werden. Ein großer Stein in der Nähe der Pumpe erinnert an die Hinrichtung des Bürgermeisters Jakob Lickenberg im Jahre 1529. Diesem Ereignis war ein Femeurteil vorausgegangen, in dem alle männlichen Wildeshauser Bürger, die älter als 18 Jahre waren, als „vogelfrei“ erklärt wurden. Die Stadtmauern wurden niedergerissen und Wildeshausen musste die Stadtrechte aufgeben.

Nun lassen wir unseren Blick zu dem Nordgiebel des ehrwürdigen Historischen Rathauses schweifen. Der hochgotische Stufengiebel mit den eingearbeiteten Fensternischen ist aus roten Backsteinen errichtet. In vielen Veröffentlichungen wird die Schönheit und Einmaligkeit dieses Giebels gerühmt. 1270 verlieh Erzbischof Hildeboldus von Bremen Wildeshausen die Stadtrechte und schenkte Wildeshausen das Grundstück, auf dem das Rathaus heute steht. Zunächst wurde das Rathaus im 14. Jh. als zweigeschossige Halle mit den Abmessungen von 20 x 12 m erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte gab es verschiedene Um- und Ausbauten. Eine gründliche Restaurierung erfolgte zum letzten Mal im Jahre 1979. Damals bekam der obere Rathaussaal z.B. eine Heizung, sodass auch in der kälteren Jahreszeit Ratsitzungen, Ausstellungen, Vorträge, Empfänge und Konzerte darin abgehalten werden können.

Links neben dem Historischen Rathaus sehen wir das Stadthaus, das 1990 erbaute neue Verwaltungsgebäude der Stadt. An der Stirnseite befindet sich ein Glockenspiel mit einem Figurenumlauf. Das Glockenspiel besteht aus 23 Bronzeglocken, die im Jahresverlauf verschiedene regions- oder jahreszeittypische Melodien spielen. Im Figurenumlauf erscheinen sechs aus Lindenholz geschnitzte Figuren. Diese sollen an das Leben der Bürger in der Vergangenheit und an die Geschichte der Stadt erinnern. Zuerst erscheint Erzbischof Hildeboldus, der Wildeshausen 1270 die Stadtrechte verlieh. Anschließend treten ein Offizier, Trommler und Wachsoldat der Gilde hervor. Danach setzt sich der Figurenumlauf mit einem Schäfer und Schaf, einer Gerberin, einem Sämann und einem Kaufmann mit Pferd und Wagen in Bewegung. Am Abend erscheint ein Nachtwächter mit Horn und Lampe. Zurzeit wird das Glockenspiel jeweils um 10, 12, 16 und 18 Uhr betätigt.

Wir überqueren vom Marktplatz aus nun die Westerstraße und gehen am Kugelbrunnen vorbei in Richtung Kirchstraße. Dort betreten wir den ältesten Teil Wildeshausens. Im Mittelpunkt steht die Alexanderkirche. Die Bauzeit (etwa 1200 – 1270) umfasst die spätromanische und die frühgotische Zeit des 13. Jh. Graf Waltbert, ein Enkelsohn des bekannten Herzogs Widukind, brachte im Jahre 851 die Reliquien des Hl. Alexander von Rom in die Alexanderkirche. Wildeshausen wurde Wallfahrtsort und wuchs bald zu einem bedeutenden Marktort heran.
Die Alexanderkirche ist die einzige noch erhaltene Basilika im Oldenburger Land. In der Mitte der Kirche hängt das Triumphkreuz aus dem 14. Jh. Der Chorraum wird beherrscht durch das große Fenster im Jugendstil. Reste des alten Levitengestühls sowie das Sakramentshäuschen und der Reliquienschrein sind erhalten geblieben.
Ein Glanzstück der Kirche ist seit 1970 die Orgel. Die Akustik im Innern des Gotteshauses sowie die hervorragenden Leistungen des Kirchenmusikers und seiner Chöre tragen dazu bei, dass die Kirchenkonzerte weit über die Grenzen unserer Region hinaus bekannt sind.

Besonders ehrwürdig ist ein Nebengebäude der Kirche, das Kapitelhaus – auch Remter genannt. Es ist nachweislich über 1000 Jahre alt und wurde für die in klosterähnlicher Gemeinschaft lebenden Stiftsherren errichtet.
Malerisch schön zeigt sich der Südgiebel des Remter mit dem Kantorsbogen und dem Brunnen. Beide sind begehrte Objekte für Maler und Fotografen.

Nun wandern wir um die Alexanderkirche entlang der „Herrlichkeit“ an der Polizei vorbei zum „Alten Amtshaus“. Dieses Fachwerkhaus wurde im Jahre 1730 als Sitz des Amtmannes für das ehemalige Amt Wildeshausen errichtet. Seit 2001 beherbergt es einen Gastronomiebetrieb der gehobenen Klasse.

Unmittelbar vor der Hunte beginnt der Stadtwall, die mittelalterliche Verteidigungsanlage unserer Stadt. Der Wall ist noch erfreulich gut erhalten und wird von den Bürgern wie von den Besuchern der Stadt gern als Spaziergang genutzt. Der Wall führt in einer Länge von 1.400 m westlich um den historischen Stadtkern bis zur Kaiserstraße.

Die Bahnhofstraße durchbricht den Wall in westlicher Richtung. Hier befindet sich ein Denkmal der industriellen Revolution: das Druckereimuseum. In den Räumen der Wildeshauser Zeitung ist die komplett eingerichtete Druckerei aus dem Jahre 1850 erhalten. Führungen mit dem Verkehrsverein sind hier jederzeit möglich.

Am Ende des Walles, an der Kaiserstraße, sehen wir ein Stückchen weiter auf der linken Seite St.-Peter-Kirche. Seit 1824 bildet sie den Mittelpunkt der katholischen Bürger unserer Stadt. Sie wurde 1997/98 vollständig renoviert.

Gegenüber der St.-Peter-Kirche befindet sich der Burgberg mit dem Ehrenmal für die Kriegstoten des 1. und 2. Weltkrieges. Von der mittelalterlichen Grafenburg, die hier im 12.Jahrhindert erbaut wurde, ist seit 1789 nichts mehr zu sehen.
Eine Augenweide ist die gepflegte Burgwiese unterhalb des Burgberges mit einem Kinderspielplatz, einem Wassertretbecken, dem Karpfenteich, der Brunnenterrasse und der Konzertmuschel. An jedem Sonntagmorgen werden hier im Sommerhalbjahr Konzerte angeboten.

Wir durchqueren die Burgwiese im vorderen Bereich und gelangen über die weiße „Melkerbrücke“ in den Stadtteil „Zwischenbrücken“, dessen Bürger noch heute in lebendiger Weise ihre eigenständige Tradition pflegen.

Wir halten uns links entlang der Hunte und erreichen wieder die Hauptstraße mit der Evronbrücke, die an die Städtefreundschaft Wildeshauses mit der französischen Stadt Evron seit 1980 erinnert.

Bevor man durch die Huntestraße zum Marktplatz zurückkehrt, lohnt sich der Besuch eines weiteren einzigartigen Denkmals der industriellen Revolution: das „Dampfkornbranntweinbrennereimuseum“. Von 1857 bis 1978 brannte die Familie Kolloge im heutigen Brennereimuseum Korn (klarer Schnaps). Die Produktionsanlage mit ihrer Einkolbendampfmaschine des 19. Jh. ist voll funktionstüchtig erhalten geblieben. Führungen können mit dem Museumsverein unter Tel. 0 42 22/65 17 vereinbart werden.

Wir gehen wieder zurück durch die Huntestraße zum Marktplatz.

Alexanderkirche

Alexanderkirche

Stadtpark Burgwiese mit Ehrenmal und St.-Peter-Kirche

Stadtpark Burgwiese mit Ehrenmal und St.-Peter-Kirche

PDF-Ausdruck Informationen als PDF herunterladen (2,17 MB)

« zurück zur Übersicht »